Teil 1: Die Teilung

Die Tatsache, dass sich Indien und Pakistan heute als Atommächte

gegenüberstehen, lässt die Teilung in neuem Licht erscheinen. Als die

Teilung vorgenommen wurde, brachte sie vielen Menschen den Tod oder ein

Leben als Flüchtling. Danach verursachte sie immer wieder regionale

Auseinandersetzungen, die auf Südasien beschränkt blieben. Erst durch die

Konfrontation unmittelbar betrachteter Atommächte wird sie zum

weltpolitischen Problem.

Auf der Sitzung der Muslim-Liga in Lahore im Frühjahr 1940 wurde eine

Resulution gefasst, die die Errichtung von muslimischen Staaten forderte.

Jinnah unterstützte diese Resolution mit einer Rede, in der er seine

"Zwei-Nationen" -Theorie verkündete. Hindus und Muslime und Muslime seien

nach jeder erdenklichen Definition des Begriffs zwei verschiedene Nationen:

Das bedeutete, dass sie auch verschiedene Nationalstaaten bilden sollten,

was eine klare Greniehung verlangte, die in Anbetracht der Verteilung der

Muslime auf den Subkontinent gar nicht möglich war. Aber darüber schwieg

Jinnah, auch den Namen "Pakistan" nahm er noch nicht in den Mund, obwohl er

ihm gut bekannt war und er auch nicht verhindern konnte, dass die Resulution

von 1940 bald überall die "Pakistan Resolution" gennant wurde.

Vgl. Rothermund, Dietmar: Geschichte Indiens; Vom Mittelalter bis zur

Gegenwart, München 2002, S. 90.